Teil 3 der Serie: Trauma im Körper
Viele Menschen tragen eine Anspannung in ihrem Körper, die sie kaum noch wahrnehmen.
Schultern, die leicht hochgezogen bleiben.
Ein Nacken, der nicht weich wird.
Ein Bauch, der eher gehalten ist als entspannt.
Eine innere Bereitschaft, jederzeit reagieren zu müssen.
Diese Spannung wirkt oft „normal“, weil sie über Jahre zur Gewohnheit geworden ist.
Doch sie ist nicht zufällig entstanden.
Sie hat eine Geschichte.
Manchmal ist sie das Ergebnis von Stress.
Oft aber ist sie ein Schutz, den der Körper aufgebaut hat, um mit Situationen zurechtzukommen, die emotional überfordernd, bedrohlich oder unaussprechlich waren. Situationen, in denen es keine Möglichkeit gab, frei zu reagieren, zu fühlen oder sich zu verteidigen.
Der Körper hat gehalten, um zu schützen.
Und irgendwann hat er nicht mehr aufgehört.
Was ist Muskelpanzerung?
Der Begriff „Muskelpanzer“ beschreibt eine chronische Anspannung im Körper, die als Schutzmechanismus entstanden ist.
Wenn ein Mensch in einer Situation war, in der er:
- seine Gefühle nicht zeigen konnte,
- nicht weggehen konnte,
- nicht laut werden durfte,
- oder zu viel aushalten musste,
dann bleibt die körperliche Stressreaktion oft unvollständig.
Der Körper mobilisiert Kraft – aber sie wird nicht vollständig entladen.
Diese gehaltene Energie zeigt sich später als:
- verspannter Kiefer,
- hochgezogene Schultern,
- feste Bauchdecke,
- Druck im Brustkorb,
- innerer Alarm, ohne klare Ursache.
Das ist kein „Fehler“.
Es ist eine Strategie.
Der Körper versucht, Kontrolle zu behalten, damit nichts wieder so weh tut wie damals.
Warum Loslassen oft nicht möglich ist
Entspannung ist keine Frage des Willens.
Auch wenn wir es gerne glauben würden. Wir können uns nicht zwingen zu entspannen, wenn der Körper mit seiner Anspannung seine eigene Sprache spricht.
Man kann nicht entscheiden, loszulassen, wenn der Körper davon überzeugt ist, dass Anspannung Sicherheit bedeutet.
Für den Körper gilt:
Anspannung bedeutet Sicherheit: „Ich bin vorbereitet.“ Während Entspannung ein Risiko darstellt, „Ich bin verwundbar.
Wenn früh gelernt wurde, dass die Welt nicht zuverlässig ist, kann Loslassen sich gefährlich anfühlen – selbst wenn es gerade völlig sicher wäre.
Darum scheitern viele Versuche wie:
- „einfach mal locker lassen“
- progressive Entspannung
- bewusstes Loslassen
- positive Selbstansprache
Sie fühlen sich „zu viel“, „zu schnell“ oder sogar bedrohlich an.
Nicht, weil du etwas falsch machst.
Sondern weil dein Körper versucht, dich zu schützen.
Wie chronische Anspannung entsteht
Sie entwickelt sich oft schleichend:
- Stress oder emotionale Überforderung entsteht.
- Der Körper spannt sich an, um damit umzugehen.
- Es gibt keinen Moment der Entladung oder sicheren Verarbeitung.
- Die Spannung bleibt bestehen und wird zu einem Grundzustand.
Nach Jahren fühlt sich Anspannung „normal“ an – und Entspannung ungewohnt.
Der entscheidende Punkt
Der Körper hält nicht fest, weil du es „nicht kannst“.
Der Körper hält fest, weil er glaubt, es sei nötig.
Und das bedeutet:
Heilung beginnt nicht mit mehr Druck, sondern mit Sicherheit.
Wie der Körper langsam wieder weicher werden kann
Sanfte, kleine Schritte sind hilfreich:
- Ein paar bewusste Atemzüge, ohne etwas verändern zu wollen
- Wärme: auf Brustkorb, Bauch oder Nacken
- Weiche, langsame Bewegung, keine Dehnung
- Kontakt: Hand auf Herz oder Bauch
- Pausen, die nicht gefüllt werden müssen
Nicht, um sofort zu entspannen.
Sondern um dem Körper zu zeigen:
„Ich bin hier. Du musst nicht allein halten.“
Muskelpanzerung ist keine Schwäche.
Sie ist eine Form von Kraft – Kraft, die damals gebraucht wurde.
Der Körper hat dich geschützt.
Jetzt darf er langsam, in seinem Tempo, etwas anderes lernen.
Keine Eile. Keine Zielvorgabe.
Nur ein sanftes Wiederfinden von Sicherheit.
Wenn du dich in diesem Text wiedergefunden hast, ist das kein Zufall.
Viele Menschen tragen diese stille Anspannung – oft über Jahre, manchmal über Jahrzehnte.
Du musst sie nicht auf einmal lösen.
Und du musst es nicht allein tun.
In meiner E-Book-Serie Heal Your Body begleite ich dich in kleinen, freundlichen Schritten zurück in ein Gefühl von Sicherheit im eigenen Körper.
Ganz sanft, jeden Tag ein bisschen.
Nicht perfekt. Nur bewusst.
Nur mit dir.
Wenn du magst, kannst du hier beginnen:
ein paar Minuten am Tag, um deinem Körper zu zeigen, dass es sicherer werden darf.




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